10. Fiskerhuset
Das Fischerhaus
PSSB Anno 1749 VA
Diese Inschrift auf einer Schranktür in der Küche gilt als „Taufurkunde“ des Hauses. PSSB sind vermutlich die Initialen der ursprünglichen Bewohner, und man geht davon aus, dass 1749 VA sich auf das Baujahr des Hauses in West-Agger bezieht. Seitdem wurde es ein- oder sogar zweimal nach Osten versetzt, zuletzt Mitte des 19. Jahrhunderts. An der ersten Errichtung gemessen ist das Haus damit das älteste noch erhaltene Gebäude in Agger.
Das Haus wurde so konstruiert, dass es sich leicht abbauen ließ. Holz und Steine wurden, zusammen mit der Einrichtung, auf Wagen oder auf dem Rücken zum neuen Standort transportiert und dort wieder aufgebaut. Mit jedem Umzug hofften die Bewohner, sich in Sicherheit zu bringen. Ursprünglich war das Haus von Nachbarn desselben Typs umgeben. Heute ist es eines der wenigen erhaltenen Beispiele eines Haustyps, der früher in Thy weit verbreitet war.
Die besondere Bauweise des Hauses hat ihre Wurzeln in der Urzeit. „Hochrähm“-Hauser sind dreischiffige Gebäude, bei denen zwei Reihen von Stützen im Inneren durch längsverlaufende Rähme, die das Dach tragen, verbunden sind. Das tragende Holz befindet sich somit im Inneren des Hauses und ist vor Witterung geschützt. Die Stützen ruhen auf Steinen, die das Eindringen von Feuchtigkeit von unten verhindern. Häuser dieses Typs haben zudem großflächige Strohdächer, die starkem Wind besonders gut standhalten.
Die Hochrähme teilen das Haus längs in drei. Die äußeren, schmalen Räume mit niedriger Decke werden als Anbauten bezeichnet. Die Außenwände sind als Fachwerk errichtet und bestehen aus einer Mischung von gebrannten Ziegeln, sonnengetrockneten Lehmziegeln und unbearbeiteten Kalkziegeln, die u.a. am Westgiebel zu sehen sind.
Wie alle anderen Einwohner von Agger waren auch die Bewohner dieses Hauses Fischerbauern, die die Fischerei mit Viehzucht und einem Gemüsegarten kombinierten. Der sandige Boden war für Kartoffeln besonders gut geeignet.
- Strohdächer, Steine und Lehm für die Wände stammen alle aus der Umgebung, während Holz vermutlich schwieriger zu beschaffen war. Es war nicht ungewöhnlich, Treibholz für Bauwerke zu verwenden.
- Wenn eine Sturmflut bis zum Dachboden vordrang und die Wände wegspülte, bestand eine gute Chance, dass das Holzgerüst stehen blieb, sodass die Menschen auf dem Dach Zuflucht suchen konnten, bis dass Wasser wieder zurückging.
- Das Haus befand sich über Generationen im Besitz der Familie Grøn. Seit 2004 ist das Haus, das unter Denkmalschutz steht, im Besitz des Museum Thy und kann während der Sommerferien besucht werden.
Foto:
Dieser Holzschnitt aus dem Jahr 1876 zeigt die Versetzung eines Hauses, dem das Meer zu nahegekommen ist. Rechts wird Treibholz vom Strand heraufgezogen. Illustreret Tidende.
The Fisherman’s House
PSSB Anno 1749 VA
This inscription on a cupboard in the kitchen is considered the “baptismal certificate” of the house. PSSB is thought to be the initials of the original residents, and it is assumed that 1749 VA refers to the house being built that year in West Agger. Since then, it has been moved east once or possibly twice, most recently in the mid-19th century. Counting from its first construction, this makes the house the oldest still existing building in Agger.
The house was constructed to be easily dismantled. The timer and stones, together with the furnishings, were transported in wagons and on people’s backs to the new site, where it was rebuilt. With each move, the residents hoped to be on safer ground. The house was originally surrounded by neighbours of the same type. Today, it is one of the few remaining examples of a type of house that used to be widespread in Thy.
The special construction of this house has its roots in ancient times. “High-beam” houses are three-winged buildings where two rows of interior posts are connected lengthwise by roof-bearing beams. The timber that supports the house is thus placed indoors and protected from the elements. The posts are placed on stones, preventing moisture from penetrating from below. Houses of this type also have thatched roofs with large surfaces that are particularly suited to withstand strong winds.
The high-beams divide the house lengthwise into three. The outermost, narrow and low-ceilinged rooms are called extensions. The outer walls are built in timber frame using a combination of burnt bricks, sun-dried clay bricks and natural chalk bricks, which can be seen in the west gable.
Like everyone else in Agger, the residents of this house were fisher-farmers, combining fishing with some livestock and perhaps a vegetable garden. The sandy soil was particularly suited for potatoes.
- Thatched roofs, stones and clay for the walls were all sourced locally, while timber was probably harder to come by. It was not uncommon for driftwood to be used for construction.
- If a flood reached high enough to wash away the walls, there was a good chance that the wooden frame would remain standing, allowing people to seek refuge on the roof until the water receded again.
- The house belonged to the Grøn family for generations. Since 2004, Museum Thy has owned the listed house, which is open to visitors during the school summer holidays.
Photo:
In this 1876 woodcut, a house is being moved away from the sea. On the right, driftwood is being hauled up from the beach. Illustreret Tidende.

